Liebe braucht eine Ordnung
Unbeschwertheit. Vielleicht ist das das treffendste Wort für das Lebensgefühl, das viele Menschen mit den Loveparades in den Neunzigern verbunden haben. Der Christopher-Street-Day wuchs gegen Ende des Jahrzehnts zur Großveranstaltung. Nach dem Fall der Mauer und dem Zusammenbruch der Sowjetunion schien der westliche Liberalismus seinen endgültigen Siegeszug anzutreten.
In diese Zeit fiel Francis Fukuyamas vielzitierte These vom „Ende der Geschichte“. Gemeint war nicht, dass es keine Kriege und Konflikte mehr geben werde. Fukuyama behauptete, die liberale Demokratie bilde den Endpunkt der ideologischen Entwicklung, weil kein alternatives System mehr einen vergleichbaren universalen Anspruch erheben könne. Das war, aus heutiger Sicht, eine erstaunlich sorglose Annahme.
Rainald Grebe hat die Erinnerung an diese Epoche später satirisch verdichtet. In seinem Lied „Die 90er“ heißt es:
„Ich war damals auf der Love Parade,
Ich war ein wilder Knutscher“.
Grebe besingt eine Zeit, in der aus Wetter noch nicht in jeder Debatte Klima geworden war, das Rauchen zum Alltag gehörte und ein Studium sich in zahllosen Semestern Backgammon verlieren konnte. Das Lied erschien 2008 – als heiteres Stück Erinnerungskultur.
Ist der CSD wirklich ein Fest für Freiheit?
Die Loveparade gibt es seit dem Unglück von Duisburg im Jahre 2010 nicht mehr. Der CSD findet weiterhin statt. Doch der Anschlag am Rande des Berliner CSD vom 25. Juli 2026 hat seine Unbeschwertheit zerstört. Eine Frau wurde getötet, nach derzeitigem Stand 31 weitere Menschen verletzt.
Burkhard Jung, Oberbürgermeister von Leipzig und Präsident des Deutschen Städtetages, erklärte danach: „Zusammenhalt und offene Gesellschaft lassen wir uns nicht nehmen.“ Auf der Seite des Städtetages heißt es: „Ein Fest für Offenheit, Vielfalt und Freiheit ist zum Ziel eines menschenverachtenden Anschlags geworden.“ Beide Zitate stehen in der Erklärung des Deutschen Städtetages vom 27. Juli.
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Natürlich bleibt festzuhalten: Jeder Mensch besitzt unabhängig von sexueller Orientierung, politischer Überzeugung oder Lebensführung dasselbe Recht auf Leben, körperliche Unversehrtheit und öffentlichen Schutz.
Solidarität mit den Opfern bedeutet allerdings nicht, dass man die Selbstdeutung einer Veranstaltung übernehmen müsste. Die Selbstdarstellung eines Festes darf philosophisch und moralisch befragt werden.
Man darf den CSD und die Loveparade auch kritisieren
Die Bezeichnung „Loveparade“ beweist nicht, dass dort Liebe gefeiert wird. Und mit der Beschreibung des CSD als „Fest für Offenheit, Vielfalt und Freiheit“ ist nicht geklärt, was mit Offenheit, Vielfalt und Freiheit gemeint ist.
Solche Selbstbeschreibungen sind keine neutralen Berichte. Sie enthalten ein Urteil: Was hier sichtbar wird, sei Liebe; was hier gefordert wird, sei Freiheit; was hier nebeneinandersteht, sei bereichernde Vielfalt. Genau das ist aber nicht selbstverständlich. Es sind Thesen, die erst zu begründen wären.
Der CSD ist zugleich eine politische Demonstration. Man kann das grundgesetzliche Recht auf friedliche Versammlung verteidigen und die dort vertretenen Menschenbilder kritisieren. Man kann Menschen vor Gewalt schützen, ohne jede Form des Begehrens für gleichermaßen gut zu erklären. Und man kann rechtliche Freiheit verteidigen, ohne anzunehmen, Freiheit trage ihren Maßstab in sich selbst.
Der Streit um Freiheit und Glück führt zu Aristoteles
Der Streit um Freiheit, Liebe und Glück ist noch älter als das Christentum. Er führt zurück in den Garten Epikurs und in das Lykeion des Aristoteles.
Epikurs Hedonismus – von hēdonē, Lust – hatte mit maßlosem Luxus wenig zu tun. Die höchste Lust war für ihn Freiheit von körperlichem Schmerz und seelischer Beunruhigung. Er empfahl ein einfaches Leben, die Begrenzung unnötiger Wünsche, Freundschaft, Betrachtung. Der historische Epikur war ein Lehrer der Mäßigung. Epikurs Naturphilosophie war atomistisch und nicht auf einen Endzweck ausgerichtet. Er wollte Naturereignisse aus der Bewegung von Atomen erklären und den Menschen so von der Furcht vor göttlichen Eingriffen und vor dem Tod befreien.
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Aristoteles suchte ebenfalls das glückliche Leben. Er nannte es Eudaimonia, Glückseligkeit – dabei ging es nicht um ein angenehmes Gefühl, sondern um ein gelungenes, aufblühendes Leben. Es entsteht durch vernünftige Tätigkeit gemäß der Tugend: Der Mensch verwirklicht seine Fähigkeiten so, wie es seiner vernünftigen und sozialen Natur entspricht.
Aristoteles fragt, was der Mensch seinem Wesen nach ist und welche Lebensweise seine Anlagen zur Vollendung bringt. In der christlichen Aufnahme wurde daraus eine Naturrechts- und Tugendlehre, in der Liebe mehr ist als Gefühl oder sinnliche Erfahrung: Erkenntnis, Entscheidung, Wohlwollen, Treue – der Wille, das wirkliche Gute des anderen zu suchen.
Was Erwachsene freiwillig vereinbaren, ist nicht automatisch gut
Loveparade und CSD stehen eher in der Tradition des Philosophen Epikur. Zwar verkörpern sie die epikureische Vorstellung eines gelingenden Lebens nicht eins zu eins. Dennoch lassen sie sich als späte kulturelle Erscheinungen einer losen Traditionslinie lesen, in der das gute Leben nicht mehr aus einer objektiven, zielgerichteten Naturordnung abgeleitet wird. Epikur löste das Glück von einer kosmischen Zweckbestimmung und suchte es in der Befreiung von Schmerz und Furcht durch Maß, Freundschaft und vernünftige Bedürfnisbegrenzung.
Rousseau verlagerte in der Aufklärung den Akzent auf die Gesellschaft: Konventionen, Abhängigkeiten und soziale Ungleichheit entfremdeten den Menschen von sich selbst – wobei Rousseau weiterhin an einer menschlichen Natur festhielt. Foucault radikalisierte später die Kritik an Ordnungen, indem er behauptete, dass Vorstellungen von Normalität, Sexualität und Identität historisch durch Diskurse und Machtverhältnisse geprägt würden.
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Loveparade und CSD stehen für die moderne Zuspitzung dieser Entwicklung: Das gelingende Leben soll nicht mehr an einer vorgegebenen Wesens- und Zweckordnung gemessen, sondern durch Selbstbestimmung, Zustimmung und die Befreiung von als repressiv empfundenen Normen gestaltet werden.
Der Einzelne soll sich ausdrücken, seine Wünsche zeigen, seine Identität möglichst ohne überlieferte Grenzen bestimmen. Liebe wird dabei leicht mit Intensität, Authentizität und positiver Emotion gleichgesetzt. Was Erwachsene freiwillig vereinbaren, soll moralisch gut sein. Aber klar ist: Zwei Menschen können sich freiwillig auf etwas einigen, das beiden schadet.
Hier verläuft die Trennlinie: Umstritten ist, ob es jenseits von Zustimmung und subjektivem Verlangen einen Maßstab des menschlich Guten gibt.
Das Naturrecht gibt Orientierung
An dieser Stelle lässt sich auch Platons Höhlengleichnis heranziehen. Es beschreibt Gefangene, die in einer Höhle aufgewachsen sind und nichts anderes kennen als Schatten in der Höhle. Die Gefangenen halten die Schatten an der Höhlenwand für die eigentliche Wirklichkeit, weil sie nichts anderes kennen. Wird einer von ihnen befreit und zum Ausgang geführt, empfindet er das Licht zunächst nicht als Erlösung, sondern als Schmerz und Zumutung. Er möchte zu den vertrauten Schatten zurückkehren und muss gleichsam aus seiner bisherigen Wahrnehmung herausgezogen werden. Erst allmählich gewöhnen sich seine Augen an das Licht, bis er schließlich die Sonne als Sinnbild des Guten erkennen kann.
Der Aufstieg steht bei Platon für Bildung und philosophische Umkehr: Der Mensch bringt sich nicht allein durch spontane Wünsche zur Wahrheit, sondern bedarf der Anleitung, der Erziehung und einer Kraft, die seinen Blick über das unmittelbar Angenehme und Gewohnte hinaus auf das Höhere richtet. Die Befreiung erfolgt im Gleichnis anfangs sogar gegen den Widerstand des Gefangenen; sie darf politisch jedoch nicht als Rechtfertigung beliebigen Zwangs missverstanden werden. Gemeint sein kann nur die Überwindung von Unwissenheit und Selbsttäuschung.
Im Naturrecht gibt es die Auffassung, dass das gute Leben nicht allein durch individuelle Wünsche oder gesellschaftliche Übereinkünfte bestimmt wird. Naturrecht bedeutet deshalb weder ein bloßes Zurück zur Biologie noch die Behauptung, alles, was in der Natur vorkommt, sei schon deshalb moralisch gut. Gemeint ist vielmehr, dass aus der gemeinsamen menschlichen Natur grundlegende Güter und Pflichten erkennbar werden, Dinge, die dem Wesen des Menschen entsprechen und seiner Würde: der Schutz des Lebens, die Weitergabe und Erziehung neuen Lebens, die Suche nach Wahrheit, das Leben in Gemeinschaft und die Verantwortung für das Gemeinwohl.
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Thomas von Aquin bezeichnete das Naturrecht als die „Teilhabe des vernünftigen Geschöpfes am ewigen Gesetz“. Moralische Maßstäbe werden dieser Auffassung nach also nicht erst durch den Staat, eine Mehrheit oder den Willen des Einzelnen erzeugt; sie müssen von der Vernunft in der Wirklichkeit entdeckt und auf konkrete Situationen angewandt werden.
Die naturrechtliche Position fragt: Was ist der Mensch – nicht nur, was möchte er gerade sein? Welche Bedeutung haben sein Leib, seine Geschlechtlichkeit, seine Vernunft, seine soziale Natur und seine Fähigkeit, neues Leben hervorzubringen? Welche Bindungen braucht er, um nicht bloß vorübergehend Lust, Erregung oder Bestätigung zu erfahren, sondern dauerhaft liebes-, treue-, verantwortungs- und beziehungsfähig zu werden? Freiheit bedeutet in dieser Sicht nicht, die eigene Natur zu überschreiben, sondern sie zu erkennen und ihre Möglichkeiten auf das wirklich Gute hin zu entfalten.
Benedikt XVI. sprach von der „Ökologie des Menschen“
Ein radikalisierter Liberalismus bestimmt Freiheit dagegen vor allem negativ: als Abwesenheit von Hindernissen. Die Annahme einer Natur des Menschen wird dann entweder abgelehnt oder als beliebig überschreitbar betrachtet.
Hat uns die libertine Vorstellung weitergebracht? Im Jahr 2025 lebten rund 17,3 Millionen Menschen in Deutschland allein, gut ein Fünftel der Bevölkerung. Das Einsamkeitsbarometer der Bundesregierung zeigte für das Erhebungsjahr 2022, dass junge Erwachsene besonders stark betroffen waren: Unter den 18- bis 29-Jährigen berichteten 24 Prozent von häufiger Einsamkeit. Zugleich sank die zusammengefasste Geburtenziffer in Deutschland 2025 auf 1,32 Kinder je Frau, den niedrigsten Stand seit mindestens 1945.
Was bedeutet es, wenn es sie tatsächlich gibt, die Ordnung des Lebens und die Ordnung der Liebe?
Augustinus prägte den Begriff Ordo amoris, Ordnung der Liebe. Gemeint ist nicht, dass manche Menschen geringere Würde besäßen und weniger geliebt werden dürften. Gemeint ist, dass Menschen und Güter entsprechend ihrem Rang geliebt werden sollen.
Man kann etwas lieben, das an sich gut ist, und es dennoch ungeordnet lieben. Genuss ist ein Gut, aber nicht das höchste. Freiheit ist ein Gut, aber nicht ohne Wahrheit und Verantwortung zu sehen.
Der Ordo amoris verlangt deshalb nicht weniger Liebe, sondern eine wahre. Er ordnet die Liebe so, dass sie echt wird und gelingt.
Benedikt XVI. hat diesen Zusammenhang in seiner Rede vor dem Deutschen Bundestag am 22. September 2011 so ausgedrückt:
„Es gibt auch eine Ökologie des Menschen. Auch der Mensch hat eine Natur, die er achten muss und die er nicht beliebig manipulieren kann. Der Mensch ist nicht nur sich selbst machende Freiheit. Der Mensch macht sich nicht selbst. Er ist Geist und Wille, aber er ist auch Natur, und sein Wille ist dann recht, wenn er auf die Natur achtet, sie hört und sich annimmt als der, der er ist und der sich nicht selbst gemacht hat. Gerade so und nur so vollzieht sich wahre menschliche Freiheit.“
Können wir beliebig über Liebe und Freiheit entscheiden?
Freiheit heißt nicht, sich aus dem Nichts selbst zu erschaffen. Sie heißt, das Vorgegebene anzunehmen – den eigenen Leib, die Verletzlichkeit, die Fähigkeit zu Vernunft und Beziehung – und verantwortlich zu gestalten.
Eine Freiheit ohne Natur und ohne Wahrheit muss sich ihren Maßstab selbst geben. Damit gerät sie in einen Widerspruch: Sie will vollkommen unabhängig sein und bleibt doch abhängig von Wünschen, Stimmungen, sozialer Anerkennung und den technischen Möglichkeiten, das eigene Leben umzubauen. Die klassische Vorstellung war anspruchsvoller. Unfrei ist nicht nur, wer von außen gezwungen wird. Unfrei ist auch, wer seinen Begierden und Ängsten ausgeliefert ist. Freiheit setzt Selbstbeherrschung, Urteilskraft und die Fähigkeit voraus, das als gut Erkannte tatsächlich zu tun.
Unbeschwertheit – das wollen viele wieder haben. Aber bestand nicht auch ein Trugschluss darin anzunehmen, es könnte eine stabile und zuverlässige Unbeschwertheit geben, wenn man die Ordnung ändert? Ist Freiheit die Fähigkeit, zu tun, was man möchte? Oder die Fähigkeit, das Gute zu erkennen, zu wählen und zu tun? Freiheit von ungerechtfertigtem Zwang ist unverzichtbar, doch sie erreicht ihr Ziel erst als Freiheit zum Guten.
Heute stehen wir in einem Wettstreit um den Sinn und die Bedeutung von Liebe und Freiheit. Können wir beliebig entscheiden, was Liebe und Freiheit sind? Ist es das höchste Glück für den Menschen, wenn er tun kann, was er will und sich unbeschwert „auslebt“?
Liegt darin die Erlösung des Menschen? Oder gibt es eine Naturordnung, ein objektives Gut und ist deshalb, wie schon die alten Griechen sagten, am Ende nur der Weise wirklich frei? Von der Beantwortung dieser Fragen hängt sehr viel ab für unsere Gesellschaft und die Zukunft Europas.
Kommentare
Josef Jung ist für seinen nuancierten, differenzierten und sorgfältig unterscheidenden Beitrag sehr zu danken, in einer Zeit, in der die berechtigte Empörung über den verabscheuenswerten, grausamen Anschlag auf den CSD in Berlin den gebührenden Raum bekommt.
Einen Gedanken möchte ich hervorheben: "Unfrei ist nicht nur, wer von außen gezwungen wird. Unfrei ist auch, wer seinen Begierden und Ängsten ausgeliefert ist."
In der Philosophie der Stoa wählt Seneca dafür den Begriff "occupatus", also beherrscht oder besetzt. Wer sich der Begierde ergibt und gewissermaßen dem dionysischen Rausch verfällt, begibt sich - philosophisch gedacht - in eine unbemerkte Knechtschaft hinein. Er meint, frei zu sein, aber er ist es nicht. Den Weg für den Menschen, der von Leidenschaften und Begierden beherrscht oder besetzt, vielleicht auch besessen ist, bildet demnach ein Weg der Vernunft und der innerweltlichen Askese, verstanden als Suche nach der "tranquilitas animi", nach der Seelenruhe.
Verlässliche Orientierung schenken hier das Naturrecht und die Morallehre der katholischen Kirche, die mitnichten das Bedürfnis nach Freiheit einengen, sondern den Weg zur Freiheit aufzeigen. Der von Jung benannte Status der Unfreiheit, die Knechtschaft durch die Begierde, wird in der Gegenwart, also in der Zeit der "Diktatur des Relativismus" (Joseph Ratzinger), mit einer existenzialistisch kolorierten Selbstverwirklichung identifiziert und möglicherweise mit Freiheit verwechselt.
Es ist wichtig, ja unverzichtbar, an die Ökologie des Menschen zu erinnern.
Solidarität mit den Opfern bedeutet allerdings nicht, dass man die Selbstdeutung einer Veranstaltung übernehmen müsste.
Kluger Satz. Aber genau wegen dieses Missverständnisses kommen wir als Gesellschaft nicht mehr zusammen. Weder war ich 2015 Charlie noch kann ich im CSD einen besonderen Ausdruck "unserer Art zu leben" erkennen. So hört man die Floskeln und ist verstimmt darüber, dass man wegen eines drastischen Verbrechens eine obszöne Ideologie affirmieren soll.
@Braunmüller Es ist nicht Ausdruck Ihrer Art zu leben. Es ist auch nicht Ausdruck meiner Art zu leben. Es ist aber genauso wie unser Leben Ausdruck des Lebens in einem freiheitlichen Staat. Lassen wir doch Augustinus auch heute Party machen, bevor er morgen seinen Glauben zu reflektieren beginnt.
Der Artikel ist mir noch viel zu philosophisch aufgeschäumt. Warum beginnen wir nicht einfach erst mal mit der Betrachtung des 6. GEBOTES?
Das gab es schon im Alten Testament und JESUS ist nicht gekommen, um die Gebote aufzulösen. Sie hatten durch 2000 Jahre Geschichte des Christentums weiter Gültigkeit und sind bis heute die moralische Grundlage, auf der echte Jesus-aner..innen ihre moralischen Entscheidungen treffen.
Dann kommt noch Paulus im 1. Brief an die Korinther, Kapitel 6, hinzu, in dem er die Christen ausdrücklich vor der sexuellen Sünde gewarnt hat, weil nur diese Sünde direkt IN DEN KÖRPER hineingehen würde.
Er muss also eine ganz eindrückliche Beobachtung gemacht haben, um zu solch einer Warnung zu kommen.
Ist dies nicht der Kontext oder moralische Rahmen, in dem echte Jesuaner..innen ihre verschiedenen Formen der LIEBE und der konkret gelebten Sexualität stellen wollen und sollen?
Soweit ich sehe, haben keine echten Christen irgend etwas gegen sämtliche Formen der Liebe und Mitmenschlichkeit einzuwenden.
Wir distanzieren uns aber logischerweise von jeder Form gelebter Sexualität, die nicht unter dem ausdrücklichen SEGEN GOTTES steht.
Und zwar, weil wir tatsächlich glauben, dass jede Form praktisch gelebter Sexualität außerhalb des biblischen Rahmens im schlechten Sinne in den Körper des Menschen gelangen kann und dann den Menschen auch sexuell süchtig und abhängig machen kann.
Ich möchte zu gern genauer wissen, wie glücklich oder unglücklich die vielen Teilnehmer..innen auf dem CSD tatsächlich im Alltag sind. Ich kann es nur vermuten. Ich fürchte aber, dass es hinter der glücklichen Fassade unendlich viele einsame und sexuell verletzte und ausgebeutete Teilnehmer..innen gibt.
Die Ursache für diese innere Frustration und Verletztheit liegt aber nicht an der Ausgrenzung durch die Mehrheit der Menschen, die doch oft noch in gesunden Ehen leben, sondern weil das Konzept der angeblich freien sexuellen Beziehungen von Anfang an falsch war und immer bleiben wird.
Echte Christen wollen ihre Sexualität mit dem ausdrücklichen Segen unseres SCHÖPFERS leben oder aber auch keuch und auf andere vielfältige Weise konstruktiv kreativ vital.
Echte Christen wollen und können ganzheitlich lieben und so das Antlitz der Erde 🌎 erneuern helfen.
Dass gerade das immer noch erforderlich ist, ist kaum zu übersehen.
Gruß von einer christlichen Pädagogin mit jahrelanger beratender Tätigkeit in Entwicklungsprojekten in Kolkata!
Das Naturrecht ist eine Rechtstheorie, die gerne benutzt wird, um Christliche Moral als "objektiv"darzustellen, was natürlich falsch ist, denn das sog. Naturecht kann ohne weiteres umgangen werden, ohne dass automatisch eine negative Konsequenz eintritt.
@Thomas Kovács Was bezweifelt werden kann.
"Fukuyama behauptete, die liberale Demokratie bilde den Endpunkt der ideologischen Entwicklung, weil kein alternatives System mehr einen vergleichbaren universalen Anspruch erheben könne. Das war, aus heutiger Sicht, eine erstaunlich sorglose Annahme."
Tja, Satz mit X das war wohl nix. Die Geschichte ist nicht zu Ende und die liberale Demokratie hat sich als instabil und wehrlos gegenüber den Islamisten erwiesen.